TEDxBodensee am 16.9. 2017 im Startfeld in St. Gallen

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„Liquid Borders“ – Der Bodensee ist einzigartig in der Welt: Er liegt zwischen drei Anrainerstaaten Deutschland, Schweiz, Österreich und hat doch keine Grenzlinie. Zudem wirkt der See identitätsstiftend für die Länder und Regionen um ihn herum. Der See gehört allen und doch niemanden und wird gemeinsam über Ländergrenzen genutzt und verwaltet. Er teilt die Länder an seinen Ufern und verbindet sie über das Wasser hinweg – die Grenzen sind flüssig. Dies ist ein ganz besonderes Konzept mit großer Strahlkraft in einer Zeit, in der sich viele Länder auf der ganzen Welt von anderen Ländern wieder trennen, ihre langjährig entwickelte Beziehungen, Handel und Kommunikation begrenzen oder sogar abbrechen.

 

Das Konzept der „flüssigen Grenzen“ steht auch für Fragen und Ideen in Gesellschaft, Wirtschaft, Technik und sogar in der zwischenmenschlichen Interaktion. Wenn eine Grenze nicht starr und fixiert ist, sondern verschwimmt, wird Austausch und vor allem das „Kennenlernen“ einfacher. Wenn es keine starre Linie gibt, ist ein reibungsloser Übergang möglich; vermeintliche Grenzen werden fließend und durchlässig und können sich so verändern. Die gemeinsame Verwaltung des Sees sendet zudem eine starke Botschaft: wenn auf oder mit dem See etwas passiert, können wir nur gemeinsam im Austausch aller Anrainerstaaten eine Lösung finden.

 

Talks

„Man ist nur Alt wie man sich fühlt – Gefühltes Alter als fließende Grenze für Produktivität in der Arbeitswelt“

Haben alternde Mitarbeiter zwingend eine niedrigere Leistungsfähigkeit im Berufsleben? Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass eine positive Alterseinstellung und ein jüngeres gefühltes Alter der entscheidende Faktor für eine nachhaltige Leistungsfähigkeit im Berufsleben sind.

Alter(n) kann als eine Grenze für die Leistungsfähigkeit von einzelnen Mitarbeitern, Unternehmen und ganzen Gesellschaften gesehen werden. In meinem Vortrag werde ich aufzeigen, dass diese Grenze sehr viel fließender ist und das chronologisch alternde Mitarbeiter durch eine positive Alterseinstellung und ein jüngeres gefühltes Alter auch im fortgeschrittenen Erwerbsleben noch sehr leistungsfähig sein können. Insofern ist das gefühlte Alter ein wichtiger und bisher vernachlässigter Faktor, der die Grenze zwischen dem demographischen Wandel und individueller und wirtschaftlicher Prosperität verschwimmen lassen kann. Das Aufheben dieser Grenze hat insbesondere für die Bodenseeregion eine hohe Bedeutung in der in fast allen Anrainerregionen Vollbeschäftigung herrscht und Unternehmen deshalb viel mehr als früher gezwungen sind auch auf älter Erwerbstätige zu setzen.

Florian Kunze

Florian Kunze ist Inhaber des Lehrstuhls für Organisational Studies an der Universität Konstanz. Er ist einer der führenden Experten zur Frage des demographischen Wandels in der Arbeitswelt. Seine Forschungsergebnisse sind preisgekrönt und werden wiederholt von internationalen Medien, wie der Washington Post und dem Economist aufgegriffen.

 

„Work is not a place, it is a mindset“

Da Arbeit zunehmend ortsunabhängig stattfinden kann, macht es Sinn für Arbeitgeber und Regionen in Strukturen zu investieren, die “Arbeiten abseits vom Arbeitsplatz” erlauben. So kann nicht nur die Produktivität von Arbeitnehmern gesteigert, sondern auch ganze Städte neu belebt werden, was sich langfristig auf die Attraktivität der gesamten Region auswirkt.

Im Zeitalter der Wissensgesellschaft ist die Arbeit nicht mehr deckungsgleich mit dem Arbeitsplatz. Von 9 bis 5 im Büro zu sitzen ist keine Notwendigkeit mehr und der Arbeitsplatz wird mehr und mehr zum Werkzeug zur Produktivitätssteigerung, wobei die eigentliche Arbeit – ortsunabhängig – im Kopf stattfinden kann. Neue Konzepte wie „Remote Working“ oder „Co-Working“ brechen alte Strukturen auf und stellen bestehende Regeln in Fragen. Nicht nur für Unternehmen und andere Organisationen bieten diese Konzepte große Chancen, sondern auch für Städte und Regionen. In meinem Talk möchte ich kurz darauf eingehen, wie meiner Meinung nach die Zukunft der Arbeit für viele Menschen aussehen könnte und wie dies die Beteiligten beeinflusst.

Gabriel Jourdan

Gabriel Jourdan studierte Corporate Management & Economics an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und ist seit über 1 1/2 Jahren Teil eines Technologie Startups, das seinen Sitz in Hong Kong hat. Gabriel ist dort unter anderem für Growth und Global Marketing verantwortlich und arbeitet fast zu 100% Remote von Deutschland aus. Deshalb beschäftigt er sich auch intensiv mit Konzepten zur Zukunft der Arbeit.

 

„Fließende Gedanken zu flüssigen Grenzen“

Was Indiens Grenzen mit dem Leben einer Konstanzer Studentin zu tun haben (können).

Indiens flüssige und damit angreifbare Grenzen bringen sowohl Probleme, als auch Chancen mit sich, die das eine oder andere mit dem ehemals geteilten Deutschland zu tun haben. Die weniger offensichtliche Verbindung dieser Grenzen zum Jungsein oder gar zum Mensch sein möchte ich auf einer kleinen Gedankenreise, die durch allgemeine, aber auch ganz persönliche Probleme führt, darstellen.

Nicola Münz

Nicola Münz ist 19 Jahre alt, studiert Germanistik und Geschichte in Konstanz und hat vor, nach dem Studium als Journalistin zu arbeiten.

 

„Alte Überzeugungen und neue Informationen – Mit bayesianischem Denken Unsicherheit im Alltag verringern“

Das Bayes Theorem, eine einfache aber einflussreiche Formel, kann uns im Alltag helfen bestehende Überzeugungen und neue Informationen zusammenzubringen um mit Unsicherheit und Komplexität umzugehen.

Das Bayes Theorem ist eine eigentlich nur eine kleine, einfache statistische Formel. Trotzdem ist sie ist wichtiger Bestandteil moderner Statistik, künstlicher Intelligenz und einer ganzen Philosophischen Bewegung. Ich möchte zeigen wie sie uns auch im Alltag beim Denken über Unsicherheit und Komplexität helfen kann: Was bedeutet eine positive Diagnose beim Arzt? Wie wahrscheinlich ist es, dass mich mein Partner betrügt? Wie können wir neue Bekanntschaften besser einschätzen? Jeden Tag sind wir mit Situationen wie diesen konfrontiert in denen wir nur unvollständige Informationen besitzen. Die Idee hinter Bayesianischem Denken ist neue Informationen mit alten Überzeugungen zu verbinden und so Unsicherheit zu verringern: „One step at a time.“

Johannes Müller

Johannes Müller studiert Evidence-based Policymaking an der University of Oxford und Politikwissenschaft an der Universität Konstanz. Vor zwei Jahren hat er das Social Start-Up CorrelAid gegründet, das Data Scientists und Non-Profit-Organisationen zusammenbringt mit dem Ziel das Potential von Daten für die Zivilgesellschaft nutzbar zu machen.

 

„Eine sich selbst organisierende Gesellschaft ist möglich“

Die Komplexität in userer global vernetzten Welt nimmt täglich zu. Hieraus entstehen Abhängigkeiten und Rückkopplungseffekte, die mit unseren herkömmlichen Entscheidungsmechanismen nicht mehr zu kontrollieren sind.

Die sich selbst organisierende Gesellschaft ist eine ethische Antwort auf die hieraus erwachsenden Probleme. Sie bietet die Vision einer Gesellschaft an, in der jedes Individuum gleichberechtigt und selbstbestimmt an Entscheidungsprozessen teilnimmt.

Eine Vision, die in greifbare Nähe rückt..

Mark Ballandies

Mark Ballandies ist dabei seinen Master in den Rechnergestützten Wissenschaften an der ETH Zürich abzuschliessen. Früh ist er durch seine zweisprachige Familie und seinen längeren Aufenthalten in Uganda und Indien mit ganz unterschiedlichen Wissen in Berührung geraten. Der Glaube, dass der grenzenlose Zugang zu Informationen & Wissen uns in eine bessere Zukunft führt, motiviert ihn, sich als Vorsitzender in der NGO education matters e.V. und als Organisator bei den Zürcher Kamingesprächen zu engagieren.

 

„Brücken statt Mauern“

Während viele Länder ihre Grenzen dichtmachen wollen und manche sogar planen, eine Mauer zu bauen, will Deutschland doch mehr Brücken statt Mauern schaffen. Um Brücken bauen zu können, müssen zuerst Mauern abgebaut werden. Mit den Mauern meine ich nicht nur die physischen, sondern auch die mentalen Mauern. Mentale Mauern sind für Sabri Khoshaba, jene die im Kopf der Menschen durch Ideologien, Vorurteile oder Überzeugungen entstehen. Diese Mauern sind gefährlicher als die physischen, denn sie sind unsichtbar. Viele engagierte Studierende an der HTWG-Konstanz wollten den Flüchtlingen helfen (Sie wollten Brücken bauen). Damit diese Brücken ihre Ziele erreichen können, war es aus Khoshabas Sicht notwendig, bestehende und potenzielle mentale Mauern zu bekämpfen. Dies war das Ziel des Projekts und darüber und wie er dazu kam, wird er bei seinem Talk erzählen. Dass die Grenzen zwischen Deutschland, Schweiz und Österreich am Bodensee heute so flüssig sind, liegt seiner Meinung nach daran, dass die Bürger in diesen Ländern irgendwann mal die Mauern in den Köpfen erkannt und sie mit der Aufklärung und der offenen Kommunikation aufgelöst haben.

Sabri Khoshaba

Sabri Khoshaba ist 1986 in Bagdad geboren und aufgewachsen. Ende 2010 ist er aus dem Irak geflohen und seit Anfang 2011 anerkannter Flüchtling in Deutschland. Seit dem Sommersemester 2014 ist er BWL-Student an der HTWG-Konstanz. Er hat den Rödelstab-Preis der Fördergesellschaft der HTWG für sein ehrenamtliches Engagement erhalten.

 

„Neue nachhaltige Konzepte der Arbeit setzen wertschöpfende Impulse“

Dezentrale Coworkings erfüllen heutige Bedürfnisse der Arbeit entlang der drei Nachhaltigkeitdimensionen und bauen auf eine neue Form der Unternehmensführung auf. Sie führen zu einem Wandel bei Gemeinden, Unternehmen, Arealbesitzern und Arbeitenden und schaffen so lokale Wertschöpfung, auch in ländlichen Gemeinden. Der Talk zeigt, wie dezentrale Coworkings Impulse geben, um Schlafgemeinden und -städte aus dem Schlaf zu wecken. Denn dezentrale Coworkings schaffen nachhaltige Nährböden in Gemeinden, Städten sowie Unternehmen im Kontext der Flexibilisierung von Arbeit und Arbeitsportfolios, der Vereinbarkeits- und Fachkräftethemen sowie der Stärkung lokaler Wertschöpfung. Letzteres durch an Coworkings angeschlossene Dienstleistungen, wie KITA, Gesundheit, Fitness, Einkauf, Post, Bank, etc.

Remo Rusca

Begonnen hat Remo Rusca mit freiwilligem Engagement in der Gemeinde und Jugendpolitik sowie Sport während der Berufsmatura in einer Grossbank und ersten Berufserfahrungen und der Marketingweiterbildung. Bereits damals war das Interesse für Nachhaltigkeit gross. Nach 15 Jahren in Marketing, Sponsoring/Events, Nachhaltigkeit und Reputation zogen ihn zufällige Glücksmomente inmitten einer Krise zu seinen Wurzeln. Dadurch wurde die unbewusste Haltung zur nachhaltigen Unternehmensführung bewusst und Remo Rusca Unternehmer für Haltungsfragen sowie Co-Founder und aktiver Verwaltungsrat des Genossenschaftsunternehmens VillageOffice.

Änderungen möglich.

 

Location

Startfeld St. Gallen

Innovations- und Startup Zentrum Startfeld in St. Gallen

Leicht erreichbar mit allen Verkehrsmitteln:
– der Fähre aus Friedrichshafen via Romanshorn
– dem Bus und Bahn
– Fahrrädern
– dem Auto (Parkplatz Startfeld“, Lerchenfeldstrasse 3 9014 St.Gallen)

 
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Partner & Förderung

Unsere Partner und die Förderung machen es möglich, zusammen mit den Rednern, eine tolle Non-Profit Konferenz mit niedrigen Ticketpreisen realisieren zu können.

TEDxBodensee erhält Fördermittel aus dem Interreg-Programm, dem europäischen Fond für Regionalentwicklung (EFRE/ERDF) und wird unterstützt von der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK).