Talks 2016

„Die Ernte der Innovation“ als neue Folge der „Game of Thrones“

Zehn Jahre Großkonzern brachten mich zum Nachdenken. Wie kann Innovation in einer so dynamischen Wirtschaft tatsächlich ‚geerntet’ werden? Ein stückweit ähnelt das Tun in Konzernen momentan im Prinzip der Serie „Game of Thrones“. Es passt ganz wunderbar zusammen: es ist eine Mischung aus Macht, basierend auf stetigen Veränderungen aufgrund der Digitalisierung, eine neue Art des „work hard play hard“-Prinzips. Ergänzt wird das um die neue Generation der ‚digital workers’. Um den Thron letztlich erkämpfen zu können sind sogenannte „wild ducks & nerds“ notwendig. Warum? Um festgefahrene Strukturen der Konzerne aufzubrechen. Wir brauchen Querdenker. Wir müssen neu denken. Wir brauchen neue Geschäftsmodelle. Wir brauchen neue Produkte. Und all das nur um den Thron im ganzen Spiel behalten zu können.
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Malgorzata Wiklinska

Gründerin und Leiterin der ZF-Denkfabrik (ZF Friedrichshafen AG) – Als absoluter Nerd hat sich Malgorzata ein Ziel gesetzt: ‚Motion and Mobility’ neu zu gestalten. Es geht um neue Marktoptionen als auch um eine Art der Versicherung für die nächsten 100 Jahre. Gearbeitet wird in einem kleinen jedoch sehr agilen Team, in dem in rapider Geschwindigkeit entwickelt wird. Ähnlich einem StartUp, mittendrin unter 138 tausend Menschen im Konzern.

 

„Computer, wie riecht ein Apfel? — Warum wir Düfte elektronisch erfassen wollen“

Der Geruchssinn ist einer der am wenigsten erforschten Sinne. Wir beginnen gerade erst zu verstehen, wie es die Nase fertigbringt, verlässlich die riesige Vielzahl von Düften zu erkennen mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind. Im Alltag liefert unser chemischer Sinns wertvolle Informationen z.B. über die Qualität unseres Mittagessens, oder macht uns einfach nur Freude wie bei einem Spaziergang über eine frisch erblühte Wiese. Nicht von ungefähr lassen wir es uns auch einiges kosten gut zu riechen – Duftstoffe und Parfüms verleihen inzwischen nicht nur Hygieneprodukten eine individuelle Note, sondern werden auch in Bekleidungsketten und Hotels als unverkennbare “Marke” eingesetzt. Unsere oft unterschätzte Nase übertrifft auch maschinelle Geruchssensoren bei weitem. Dabei ist die elektronische Erkennung von Düften eine Schatzkiste von unglaublichem Potential, z.B. im Agrikulturbereich, zur Diagnose von Krankheiten, oder in der Robotik. In seiner Forschung verbindet er die neuesten Erkenntnisse über die Duftverarbeitung im Gehirn mit elektronischen Lösungen, um damit bessere elektronische Duftdetektoren zu ermöglichen.
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Michael Schmuker

Inspiriert von den Duftverarbeitung im Gehirn erforscht der Biberacher Michael Schmuker an der University of Sussex im englischen Brighton, wie man elektronische Nasen verbessern kann, damit sie in Zukunft vielleicht so selbstverständlich unseren Alltag bereichern wie es heute Kameras und Mikrofone tun.

 

„Gemeinsam die Ernte teilen“

Mit der Komplexität unserer globalisierten Welt steigt auch die Sehnsucht des Menschen, ihr eigenes Umfeld aktiv in Richtung Nachhaltigkeit zu gestalten. Nicht nur gesellschaftlich kann man Tendenzen zum Motto „back to the roots“ beobachten, sondern auch wirtschaftlich: Um den Zwängen der global-liberalisierten Lebensmittelindustrie zu entkommen, muss eine vielfältige Bio-Landwirtschaft, die natürliche und frische Nahrungsmittel regional bereitstellt, aktiv gesichert werden. Sascha Damaschun beschäftigt sich seit zwei Jahrzehnten mit diesem Thema und entwickelt Konzepte, wie sich neue Beziehungen zwischen Landwirtschaft und Verbraucher nicht nur individuell realisieren, sondern am besten auf eine ganze Region ausdehnen lassen. Um dies in den Strukturen der Biobranche zu erreichen, steht für ihn der Mensch im Mittelpunkt: Durch zwischenmenschliche Beziehungen auf Augenhöhe wird es möglich, kooperativ zu Handeln und gemeinsam soziale wie ökologische Ziele zu erreichen!
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Sascha Damaschun

Sascha Damaschun ist Geschäftsführer der BODAN Großhandel für Naturkost GmbH in Überlingen und sitzt im Aufsichtsrat bei Demeter. Der gelernte Agraringenieur mit Fachrichtung Ökolandbau hat Erfahrung in der Einzelhandelsvermarktung und Regionalentwicklung. Er setzt sich mit starkem Engagement für eine Zukunft der Kooperation statt Konkurrenz ein.

 

Florian Steininger

Florian Steininger – Klavier

Karlheinz Stockhausen: 3. Stunde aus KLANG: Natürliche Dauern Nr. 15
Der Pianist Florian Steininger setzt sich für die Aufführung selten gespielter Klaviermusik hauptsächlich aus dem 20. und 21. Jahrhundert ein, was ihn zur Gründung der Karlsruher Konzertreihe IN MODO ESOTICO bewog, in deren Rahmen mittlerweile dutzende Werke ihre (Wieder-)aufführung erleben durften. Aktuelle Projekte umfassen die zyklische Aufführung sämtlicher Klavierwerke von Morton Feldman und Horațiu Rădulescu. Besondere Zuwendung erfährt der englische Komponist Kaikhosru Sorabji, über dessen Musik Florian Steininger an einer Dissertation arbeitet. Im Bereich der Neuen Musik arbeitete er mit vielen jungen und renommierten Komponisten zusammen, u. a. James Clarke, Christopher Fox, Bruno Mantovani, Lucia Ronchetti, Jörg Widmann und Wolfgang Rihm. Florian Steininger studierte und lebt in Karlsruhe.
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„Ohne Plastikmüll in die Zukunft“

Einer neuen Studie zufolge wird es 2050 mehr Kunststoff im Meer geben als Fisch. Plastikmüll ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit und bedroht die Umwelt und unsere Gesundheit gleichermaßen. Susan Rößner sagt: Wir müssen uns ändern! Plastik verrottet nicht und setzt bei seiner Zersetzung Giftstoffe frei. Es lässt sich nicht gut recyceln und wird aus Erdöl gemacht, dass aus politisch instabilen Weltregionen stammt. Doch der Verzicht auf Kunststoffe ist in vielen Lebensbereichen möglich und lohnt sich.
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Susan Rößner

Die Konstanzerin Susan Rößner ist Gründerin des plastikfreien Onlineshops monomeer.de und lebt selbst plastikfrei. Ihren Wertstoffmüll hat sie auf einen gelben Sack pro Jahr reduziert. Nun möchte sie auch andere für ein plastikfreies Leben begeistern.

 

„Von der Erforschung der Zukunft zu neuen Geschäftsfeldern“

Kann man die Zukunft vorhersagen? Nein, meint Bernhard Schleich aus Überlingen, aber man kann sie gestalten. Mit Methoden der Zukunftsforschung lassen sich neue Geschäftsfelder ableiten und große Risiken aufdecken. Viele Jahre Praxis in einem großen Unternehmen haben ihn gelehrt, dass man den Innovationsacker zunächst sorgfältig vorbereiten und einsäen muss, bevor man später reale Geschäftsoptionen ernten kann.
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Bernhard Schleich

Die Pflanzenwelt als Vorbild für zukünftige technische Entwicklungen? Bernhard Schleich hat sich mehrere Jahre mit selbstreinigenden Oberflächen nach dem Vorbild des Lotus-Effektes beschäftigt und ist fasziniert von den Möglichkeiten der Bionik. In jedem Fall: Die Beschäftigung mit der Zukunft lohnt sich für kleine und große Unternehmen genauso wie für ganze Regionen wie die Bodensee Region.

 

„Ewige Energieernte – Stromspeicherung von morgen“

Die Energiewende strebt eine 100%ige Nutzung erneuerbarer Energien an. Diese sind jedoch nicht immer verfügbar. Bei Flaute und Nacht würden wir im Dunkeln sitzen. Um das zu verhindern haben die Schüler Jacob Dichgans, Daniel Riesterer und Lumen Haendler einen neuen Energiespeicher entwickelt, mit dem man sogar das schädliche Kohlenstoffdioxid nutzen kann! Diese chemische Verbindung wird zusammen mit Wasserstoff erhitzt. Mit dem daraus entstehenden Erdgas kann überschüssige Energie gespeichert werden, um sie bei Bedarf wieder zu verwenden z.B. zum Heizen, Kochen oder als Treibstoff für Autos. Damit kommen sie dem Ziel eines nachhaltigen und ökologischen Energierecyclings einen großen Schritt näher!
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Lumen Haendler, Jakob Dichgans und Daniel Riesterer

Fasziniert von den Möglichkeiten und Mitteln, echte Neuheiten entwickeln zu können und diese mit dem Fachpublikum zu diskutieren, werden alle drei ehemaligen Überlinger Schüler vom Jugend forscht Stipendium gefördert: Jakob Dichgans studiert Luft und Raumfahrttechnik an der Bundeswehruniversität in München, Daniel Riesterer studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Bundeswehruniversität Hamburg und Lumen Haendler wird bald ebenfalls sein Studium in Hamburg mit Engineering Science beginnen.